Talentschuppen

Praxis für     Begabtenförderung

Hochbegabt und/oder hochsensibel in der Coronazeit

Das Leben in Deutschland hat sich verändert. Schulen und Kitas nehmen ihren Betrieb unter besonderen Bedingungen wieder auf. Die Abwägung zwischen der Einschränkung von Persönlichkeitsrechten und Gesundheitsschutz bestimmt die öffentliche Diskussion.

Routinen des Alltags werden durchbrochen, was gestern noch normal war, wird heute hinterfragt.

Menschliche Kontakte sind geprägt durch räumlichen Abstand, der schützten soll, Mund-Nasen-Bedeckungen gehörden zum Alltag.

In den Medien ist das Thema "Corona" omnipräsent...

Von heute auf morgen Paradigmenwandel in allen Bereichen des Lebens.

Das stellt für hochbegabte und/ oder hochsensible Menschen eine besondere Herausforderung dar, denn sie empfinden die derzeitige Situation mehrdimensional, mit allen Sinnen und empfinden Atmosphären tiefer und in größerer Bandbreite.

Erste Ergebnisse psychologischer Studien weisen auf eine Korrelation von Hochsensibilität und Depressionen durch Coronaschutzmaßnahmen und Angstszenarien hin (Back, Mitja u.a.: Emotions-Corona. Münster 2020; Prousa, Daniela:Studie zu psychischen und psychovegetativen Beschwerden mit den aktuellen Mund-Nasenschutz- Verordnungen.PsychArchives- http://doi.org/10.23668/Psycharchives.3135)

Die ausgeprägte visuelle Verarbeitung des hochbegabten/ hochsensiblen Gehirns nimmt die Flut von Bildern in den Medien nahezu ungefiltert wahr:

Menschen mit Atemschutzmasken, Menschen im Krankenhaus, Menschen in Schlangen vor caritativen Einrichtungen, Menschen auf Demonstrationen sind allgegenwärtig in der Medienberichterstattung.

Worte wie „Pandemie“, „Durchseuchung“, „Sterberate“… sind alltäglich geworden.

Hochsensible Menschen sind damit ungleich mehr belastet, weil es schwieriger für sie ist, sich gegen das Leid des anderen abzugrenzen.

Die moralischen Ansprüche sind gewachsen, da jede persönliche Entscheidung zu einer gesellschaftspolitischen Frage mutiert: Solidarität, Disziplin, Meinungsfreiheit etc. sind oft verwendete Begriffe momentan…

Vor allem hochbegabte, hochsensible Kinder sind z.Zt. total überfordert, zumal ihnen Mechanismen, mit der Überforderung umzugehen, häufig nicht mehr zur Verfügung stehen:

Bewegung, Spielen, und Lernen mit Gleichaltrigen in Kita und Schule sind durch Regeln beschränkt, geliebte Bezugspersonen wie die Großeltern, ErzieherInnen und Lehrkräfte fallen weg oder sind nur noch begrenzt erreichbar.

Kinder erleben sich als Bedrohung für andere Menschen und erfahren ablehnende Reaktionen von ängstlichen Mitmenschen, die sie ständig an Abstandsregeln erinnern. Ein Verhalten, das Kindern (zum Glück!!) völlig wesensfremd ist.Gesichtsmasken lassen die Mimik des Gegenübers unlesbar werden und führen zu Verunsicherung.

In unserer Praxis konnten wir bei Kindern mittlerweile Reaktionen feststellen, wie sie auch von Erwachsenen in Arbeitslosigkeit überliefert sind:

Antriebslosigkeit, innere Unruhe, Angstzustände, Depressionen, Schlafstörungen und andere psychosomatische Auffälligkeiten sowie starke körperliche Beschwerden durch dauerndes Maskentragen.

Eine große Herausforderung für Eltern, Lehrkräfte und Eltern!

Auch hochbegabte erwachsene Menschen zeichnen sich aus durch die Fähigkeit zu antizipatorischem Denken, was häufig dazu führt, Angstszenarien virtuos bis zum Katastrophenfall durchspielen zu können.

Junge Erwachsene im Studium sind durch das Fehlen von Präsenzlehre noch immer ihres Soziallebens beraubt, StudentenLEBEN findet nicht mehr statt.Gerade Neustudenten fühlen sich deshalb oft vereinsamt und verunsichert. Digitale Lehre kann diesen Verlust nicht ersetzen.

Es ist in Forschung überliefert, dass hochbegabte und hochsensible Erwachsene damit anfällig sind für Angststörungen, sofern Resilienzfaktoren wie z.B. Bindung und intellektuelle Auslastung nicht gegeben sind.

Berufliche Existenzen sind gefährdet z.T. ohne Perspektive für die Zukunft, was Gefühle wie Ohnmacht und Kontrollverlust aufkommen lässt.

Auch hier hören wir momentan von unseren Klienten, dass die aktuelle Situation emotional hoch belastend ist, zumal die Informationsquellen für Realitätsabgleich äußerst widersprüchlich sind.

Öffentliche Institutionen wie Kitas, Schulen und Universitäten, die schon vor Coronazeiten wenig Kapazitäten für Begabtenförderung erübrigen konnten, sind nun durch den Regelbetrieb mit noch niedrigerem Personalstand nicht mehr in der Lage, individuelle Lösungen zu finden.

Psychotherapeutische Unterstützungsangebote haben lange Wartezeiten durch die Zunahme von Angststörungen und Depressionen und sind ausgerichtet auf psychopathologische Störungen.

Hochbegabung und/ oder Hochsensibilität sind aber keine Krankheiten!

Unterstützung ist aber dennoch wichtiger als zuvor!

Die Angebote unserer Praxis sind darauf ausgerichtet, Kinder, Eltern und Erwachsene auf dem Weg durch die Krise zu begleiten unter Berücksichtigung der besonderen Herausforderungen für Menschen außerhalb der Norm.